BTK Berlin

BACHELOR OF ARTS – ILLUSTRATION – BTK BERLIN

Jetzt sind es schon bald 1 /2 Monate, seit ich mein Studium beendet habe. Zeit rennt.

Vom Oktober 2013 bis März 2017 habe ich an der BTK Berlin mein Studium der Illustration absolviert und dies schließlich mit dem Bachelor of Arts abgeschlossen.

Ich kann sowohl Gutes als auch Schlechtes über dieses Studium sagen. Aber ansich habe ich hier schon einen guten Platz gefunden um mich mehr auf mich zu konzentrieren – auf das was ich machen will und das was nicht, ich habe Viel gelernt und ausprobiert. Aber das Beste an diesem Studium waren für mich die Menschen die ich hier kennengelernt habe, eine echte Bereicherung.

Also nochmal ein großes DANKE an all die tollen Menschen :)! Und vorallem meine Freunde, die mit mir schön in einer Suppe aus kreativen Chaos geschwommen sind 😉

Ein Einblick in meine Zeit an der BTK:

Nachdem ich im Sommer 2012 mein Abitur absolviert hatte, kam nun die Zeit der beruflichen Orientierung. Ein kreativer Beruf sollte es sein, das war mir von vornherein klar. Zunächst probierte ich mich an Architektur, Häuser und ganze Komplexe gestalten, das hörte sich doch interessant an. Doch dies verwarf ich rasch, mein Auge liegt zwar gern auf dem Detail aber ich habe nicht wirklich einen Hang für Millimeter genaue Planung. Nach einem erfolglosen Versuch mich für Gamedesign an der HTW zu bewerben und einer Absage für einen Ausbildungsplatz bei einem Goldschmied, war ich gezwungen eine konkrete Orientierung für mich auszumachen.

Meine Schwester studierte zu diesem Zeitpunkt bereits im ersten Semester Illustration an der BTK Berlin – eine Hochschule im Herzen Berlins mit den Studiengängen Fotografie, Kommunikationsdesign, Motion Design, Interaktion Design und Illustration. Zwar sträubte es mir, mich an der gleichen Uni wie meine Schwester einzuschreiben, aber ich musste zugeben das, nach ihren Erzählungen, die dortigen Lehrinhalte mir doch sehr zusagten. Also wagte ich den Versuch. Um mich entsprechend vorzubereiten besuchte ich zunächst eine von der Uni angebotenen Mappenkurs. Leider war dieser eher weniger hilfreich, es gab nicht wirklich Feedback das mir weiterhalf, außer der Information das die Prüfer lieber Skizzen sehen anstatt fertige Arbeiten. Der Kurs war mehr für diejenigen gedacht die noch keinen Plan für ihre Mappe hatten. Nun gut. Durch die formale Aufnahme war ich bereits durch – kurzes Ausfüllen der Daten zu meiner Person und Angabe von einem Mini-Portfolio in Form von drei Arbeiten (Stand: Oktober 2013). Nun ging es denn zum Mappengespräch. Dies verlief relativ entspannt. Zwei Prüfer besahen sich meine mitgebrachten Arbeiten und nach einem kurzen Gespräch untereinander teilte man mir meine Annahme an der Hochschule mit.

Es ist der Hinweis angebracht, das es sich bei der BTK um eine private Hochschule handelt. Klartext: Ihr müsste euer Studium in Gänze aus eigener Tasche bezahlen. Und bei etwa 4000 € pro Semester (Stand: Oktober 2013; Preis steigend) ist das ohne finanzielle Unterstützung durch Familie oder entsprechendes Sparen etc. kaum machbar. Die monatlichen Lebenserhaltungskosten darf man dabei nicht vergessen, der Stundenplan lässt einem zwar ab dem 4. Semester auch mal mehr Zeit, aber kaum so regelmäßig, dass man einem gepflegten Nebenjob nachgehen kann. Und die Kosten von Material etc. sind auch nicht zu unterschätzen. Neben den Semestergebühren, die man entweder monatlich, als ganzes Semester, oder gar das gesamte Studium auf einmal, bezahlen kann, kommt jedes Semester noch das Semesterticket hinzu. Das sind nochmal rund 190€ (Preis steigend, aber immer noch extrem günstig für ein 6-monatiges ABC Ticket; mit Fahrradmitnahme übrigens!). Da es für mich in Berlin nicht wirklich andere Angebote in dieser Richtung gab, entschied ich mich aber trotzdem für die BTK.

Nach einigen Schwierigkeiten mit der Kurswahl, konnte ich mich auf ein relativ geschäftiges Semester vorbereiten. Das Kurswahlsystem ist letztes Semester aktualisiert worden, leider nicht zu seinem Vorteil. Ich habe selten so ein unübersichtliches System gesehen (Ich spreche hier hauptsächlich über die Bedienung, der Support war an der BTK immer gut und hilfsbereit). Wo das 1. Und 2. Semester noch relativ gut ausbalanciert waren was die Kursanzahl und Stundenzahl betraf, so war ich mit den nachfolgenden Semestern wenig zufrieden. Es gab Tage da saß ich von 9-19 Uhr in der Uni und quälte mich wirklich durch meine Hauptkurse. An anderen Tagen hatte ich nur einen Zwei-Stunden-Kurs und wusste praktisch nichts mit mir anzufangen. Leider zieht sich diese Disbalance durch das gesamte Studium – eine perfekt ausgewogene Studienwoche gibt es aber wohl nirgends.

Auch die zunächst vorgebetete Vielzahl an Kursen und verschiedenen Wahlbereichen, sowie studienfachübergreifendes Studieren waren nach meinem Empfinden ab dem 3. Semester nicht mehr vorhanden. Allgemein war es auch kaum möglich in andere Studienfächer reinzuschnuppern, meist lagen diese Kurse nämlich zeitgleich mit den eigenen Pflichtkursen oder waren dezent überfüllt und die wenigen Plätze reserviert für den eigentlichen Studiengang. Das Platzproblem stellte sich als eine der ärgerlichsten Tatsachen heraus. Es wurde einem vertraglich eine Arbeit in kleinen Klassen zugesichert. Der Durschnitt in meinen Kursen lag bei mindestens 20 Studenten, was bei einem praktischen Kurs wo man mit Farben und anderen Materialien hantiert eher unpraktisch ist. Leider wurden für die überfüllten Kurse dann nicht weitere Kurszeiten angeboten, man hatte ja nicht genug Dozenten bzw. man müsste diese ja dann doppelt bezahlen. Der Mangel an Dozenten war besonders in der Theorie zu spüren. Dort erreichte man in den Kursen des 1. – 4. Semesters Spitzenwerte von bis zu 35 Studenten. Man hatte leider keine Wahl als sich damit zu arrangieren. Auch das Kursangebot nahm im Laufe meines Studiums immer mehr ab. Schließlich gab es dann z. B. genau noch 5 Kurse zur Auswahl für die 4 benötigten Zusatzkurse.

Zu den Kursinhalten sei nur so viel gesagt, dass sie teilweise sehr auf die Fähigkeiten und Interessen der Dozenten beschränkt waren. Leider konnte ich mich während meines Studiums mit keinem der Dozenten aus meinem Fachbereich identifizieren, was sich teilweise auch in meinen Noten niederschlug. Dies musste ich sowohl leidlich während meines Studiums als auch in meiner Abschlussarbeit erkennen. Aber wer nicht wagt der nicht gewinnt, wie man so schön sagt. Ich bin mir treu geblieben und damit zufrieden.

Ein weiteres absolutes Defizit ist der Mangel an Organisation in sämtlichen Bereich der BTK. Einige bemühen sich wirklich, aber durch die fehlenden Strukturen und fehlende Erfahrungen sind schon so manche Ereignisse ein wahres Chaos geworden. Das bisher größte Fiasko war wohl der Umzug der BTK im Herbst 2016. Geplant war dieser schon seit knapp einem halben Jahr. Wir sahen schon von Beginn an, dass es hier zu Schwierigkeiten kommen würde. Es wurde eigentlich kein Zeitplan eingehalten. Bis Anfang 2017 standen uns keine wirklichen freien Räumlichkeiten an der BTK zur Verfügung, es wurden uns jedoch vertraglich Räumlichkeiten zum Arbeiten zugesichert. So mussten viel in ihrem Bachelorsemester andere Orte suchen, mehr schlecht als recht organisierte sich jeder außerhalb der Hochschule. Auch der fehlende Zugang zur Technik und der Ausrüstung der BTK waren Probleme die für viele in ihrem Bachelor große Probleme brachten. Eine Entschädigung für diese nicht erbrachten Leistungen gab es bisher übrigens nicht, wir sind hier noch am verhandeln. Man plant nur für die kommenden Semester größere Investitionen in die Hochschule, davon haben wir als Absolventen aber herzlich wenig.

Der absolut positive Punkt und wahrscheinlich auch der Grund warum ich dieses Studium dann schließlich doch dort beendet und nicht einen anderen Weg gegangen bin, waren die Menschen dort. Viele davon sind wirklich gute Freunde für mich geworden und haben die Zeit dort sehr amüsant gemacht und niemals langweilig werden lassen. Nirgends wird man so einen Mischmasch an kreativen und chaotischen Menschen treffen. Durch die Vielfalt an Studiengängen knüpft man unglaublich wertvolle Kontakte und sammelt auch Erfahrungen aus allen Bereichen. Die Gemeinschaft der Studenten dort ist wirklich das was mir in guter Erinnerung bleiben wird. Zwar blieben wir als Illustratoren immer mehr für uns, dennoch habe ich viele Menschen auch aus der Fotografie oder dem Kommunikationsdesign kennengelernt. Und diese Kontakte werden mir in der Zukunft sicher noch nützlich sein, andersrum hoffe ich ebenso ;). Und auch nicht alle Dozenten waren „schlecht“, einige fand ich in ihren Fachbereichen sogar sehr herausragend. Am Meisten sagte mir hierbei der Fachbereich der Theorie zu, wo ich wirklich Kompetenz sehe. Und auch menschlich kann ich über die Dozenten sagen, dass diese insgesamt sehr sympathisch waren. Man muss sich nur vor Augen halten, dass die meisten Dozenten dort aktiv praktizierende Künstler/Grafiker/Illustratoren/etc. sind und nicht unbedingt Pädagogen – man z. B. lernt aber dafür Einiges über die eigentlichen Berufe und deren Alltag.

Nun sind die 3 ½ Jahre auch schon vorbei. Manchmal kam es mir wie eine Ewigkeit vor, manchmal flog die Zeit nur so dahin. Ich beende diese Kapitel mit gemischten Gefühlen. Würde ich noch mal vor die Wahl gestellt werden, würde ich mich wahrscheinlich nicht für die BTK entscheiden. Aber ich habe nun meinen Abschluss und kann ein neues Kapitel beginnen.

Positiv: Negativ:
  • Die Menschen
  • gute Ausrüstung
  • Wichtige Kontakte
  • Zentrale Lage
  • Einige nicht sehr kompetente Dozenten
  • Mangelnde Organisation
  • Mangelnde „Macht“ für die Studenten (zwar Asta, aber die haben auch nicht wirklich was zu sagen)
  • Hohe Studienkosten (steigend)
  • Teilweise mangelhafte Ausrüstung
  • Keine schönen Räumlichkeiten mehr (Ansichtssache)
  • „Unerreichbare“ Leitung der BTK -> Laureate
  • Unschönes und unübersichtliches Kurswahlsystem
  • Wenig Kursauswahl
  • Teilweise mangelnde Vermischung der Studiengänge bzw. mangelnde Möglichkeit dazu
  • Große Kurse
  • Schlecht balanciertes Arbeitspensum (manche Semesterpläne waren extrem voll, andere nahezu leer)

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